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Die Geschichte des Fernglases

Hans Lippershay aus den Niederlanden gilt als Erfinder des Fernglases, seit er im Jahre 1608 zwei Brillengläser mit einem versetzten Abstand in eine Röhre einbaute. Stark von seiner Erfindung profitierte der Naturforscher und Astronom Galileo Galilei, der nur zwei Jahre später ein verbessertes Modell entwarf, das von nun an seinen Namen schmückte. Mithilfe seines Fernrohrs konnte Galilei seine bahnbrechenden Studien entwickeln und das mittelalterliche ptolemäische Weltbild widerlegen.

Bildquelle: https://cdn.pixabay.com/photo/2015/11/06/11/43/binoculars-1026422_960_720.jpg

Er bewies dafür die Gültigkeit des heliozentrischen Weltbildes und ruinierte sich für die Wissenschaft sein Augenlicht. Fast wäre er zudem wie sein Vorgänger Giordano Bruno im Feuer der Heiligen Inquisition geendet. 1854 sorgte Ignaz Porro mit seinem monukularen Fernrohr mit Umdrehung der Prismen für ein handlicheres Modell mit einem grösseren Sichtfeld. Die Firma Carl Zeiss aus Jena setzte im Jahre 1893 schliesslich einen weiteren Meilenstein und liess sich das noch heute gängige Modell patentieren. Beliebt ist heute ein Fernglas zur Naturbeobachtung.


Vergrösserung und Helligkeit

Jedes Fernrohr basiert auf zwei Werten, die beispielsweise in der Formation 10:26 oder 10:42 angegeben werden. Während die erste Zahl für den Faktor der Vergrösserung steht, wird mit der zweiten Zahl die zu erzielende Helligkeit mit dem Fernglas gemessen. Der Grössenfaktor basiert darauf, um welches Verhältnis ein Objekt herangezoomt wird. Bei dem Beispielmodell wäre der Grössenfaktor 10, das heisst, das Objekt wäre durch das Fernglas um das zehnfache herangeholt. Ein 400 Meter entfernter Vogel würde so zu sehen sein, als befände er sich nur 40 Meter entfernt.

Vorsicht ist allerdings vor einer zu grossen Zahl geboten, denn mit der Vergrösserung der Objekte nimmt auch die Sensibilität für Erschütterungen zu und das Gehirn bekommt Schwierigkeiten, das Bild zu verarbeiten. Spürbar wird dies bereits bei einem Grössenfaktor 8, weswegen manche besonders feinen Modelle einen Switch zum Beispiel von 15 zu 10 zulassen.

Die zweite Zahl steht wiederum für den Lichteintritt in das Glas. Auch hier steht eine grössere Zahl für eine grössere Qualität, denn je grösser die Zahl ist, desto leichter lassen sich Objekte in der Dunkelheit erkennen. Während für den Tag ein Helligkeitsfaktor von 20 bis 32 ausreichend wäre, wäre bei dunkleren Lichtverhältnissen ein Faktor von 40 bis 80 wünschenswert.


Weitere Qualitätsmerkmale für ein Fernrohr

Weitere Faktoren für den Kauf eines Fernrohrs sind die Grösse des Sehfeldes, die Lichtstärke, die Dämmerungszahl, der Reflexionsschutz („Vergütung“), die Auflösung, die Kontrastierung, die Schärfetiefe, das Fehlen von behinderndem Streulicht, eine hohe Randschärfe, geringe Farbfehler und fehlende Farbsäume. Ein zweischneidiges Schwert ist ein elektronischer Bildstabilisator. Dieser macht zwar das Bild schärfer, klarer und kontrastreicher, sorgt aber für eine grössere Schwere und Empfindlichkeit des Fernglases.


Welches Fernglas darf es sein?

Angesichts der Fülle an Faktoren, welche die Bildqualität beeinflussen, sollte sich jeder vor dem Kauf eines Fernrohres fragen, wozu er ein Fernglas benötigt und welche Leistungen ihm besonders wichtig sind. Wenn das Fernrohr viel auf Wanderschaften mitgenommen werden soll, empfiehlt sich ein kleines und handliches Modell. Wer hingegen auf klare und scharfe Bilder setzt, für den wäre ein grösseres Fernglas eine Option, das sich auf einem Stativ lagern lässt. Generell werden Fernrohre in schwere Grossferngläser und kleine Reiseferngläser unterschieden. Auch das Gesichtsfeld sollte abhängig von dem Gebrauch des Fernglases ausgesucht werden.

Wer gern bewegliche Objekte wie Vögel beobachtet, benötigt ein breites Sichtfeld. Bei ruhenden Objekten wäre hingegen ein schmaleres Gesichtsfeld die bessere Wahl, weil die Aufnahmen schärfer sind. Brillenträger sollten wiederum auf das Eye Relief des Fernglases achten, denn unter diesem Begriff verbirgt sich der gebotene Abstand des Glases zum Auge für die idealen Bilder. Alternativ besitzen manche Modelle einen Dioptrienausgleich. Da der Augenabstand bei Menschen zwischen 56 und 76 mm variiert, sollte sich für das passende Modell entschieden werden. Andernfalls wird man wenig Freude mit dem Gerät haben.