B2B-Produkte: Content-Teaser >>

Newsletter

Nächster Versand: 26.10.2017

Im Newsletter werden jeden Monat saisonale Wandervorschläge und viele weitere spannende Wander-Themen vorgestellt.

Zur Anmeldung >>

Facebook

 

 

Besuche die Facebook-Seite von wanderungen.ch >>

Warum man bei Wanderungen nicht zu minimalistisch sein sollte

Jedes Pfund Ausrüstung muss der Wanderer auf dem Rücken schleppen. Doch zu entspannt sollte man es nicht angehen, denn dieses Gewicht kann das Wandern auch gewaltig erleichtern.

So bitte nicht. Man muss nicht jede Wanderung wie eine Expedition angehen, aber Sandalen und kurze Hosen sind fahrlässig.

So bitte nicht. Man muss nicht jede Wanderung wie eine Expedition angehen, aber Sandalen und kurze Hosen sind fahrlässig.


Herrlich, einfach nur herrlich. Man wandert entlang der Aare oder einem anderen Flusstal, erklettert Gipfel und Burgen und geniesst das Wanderer-Dasein, gerade jetzt im Sommerwetter, in vollen Zügen. Und betrachtet man einmal still die Wanderer, die einem begegnen fällt einem auf, dass viele davon regelrecht minimalistisch unterwegs sind. Kopfbedeckung? Wozu denn? Ein Rucksack? Der kneift in den Schultern. Dass jemand, der so denkt, sicher auch nicht genügend Wasser dabei hat, bedarf keiner hellseherischen Fähigkeiten. Und kommt der typische Sommer-Regenschauer, wird der Wandersmann bis auf die Haut durchnässt, denn eine Jacke wäre ja überflüssiger Ballast gewesen. Man sieht es schon, so manche Helferlein machen die Wanderung zwar auf der Gewichts-Seite durchaus schwerer, sind aber ebenso unverzichtbar, weil sie die Wanderung leichter machen. Die folgenden Dinge sollte jeder Wanderer dabeihaben. Egal wann, egal wo er unterwegs ist.


1. Rucksack

Natürlich wandert nicht jeder weite Strecken. Und wer zu den Burgen von Bellinzona marschieren will, muss für diese dreistündige Tour auch nicht zwingend das Gesamtpaket für eine Tageswanderung zurechtschnüren. Aber wenn es aus diesem Paket etwas gibt, das auch bei kürzeren Wanderungen immer dabei sein sollte, dann ist es ein Rucksack. Warum? Ganz einfach:

Brust- und Hüftgurt sind beim Rucksack Pflicht. Sie nehmen nämlich mehr als die Hälfte des Gewichts von den Schultern.Der Rucksack ist ein Grundstock wie die Wanderschuhe. Alles, was in dieser Liste noch genannt wird, sollte zwar dabei sein, aber wird nicht dauernd verwendet. Wo steckt man die Regenjacke hin? Wo das Wasser und das Erste-Hilfe-Set? Und nur der Rucksack ist so bequem, dass man ihn auch über Stunden sowie Stock und Stein tragen kann, ohne dass es zu einseitigen Belastungen käme – ungleich einer Umhängetasche. 30 Liter Volumen reichen aus. In diesem Segment gibt es zudem eine unglaubliche Bandbreite auch an günstigen und trotzdem ausreichenden Modellen.

Aus Faustregel kann man sich merken, dass jede Wanderung, die länger als eine halbe Stunde dauert, einen Rucksack erfordert. Und wenn darin nur Regenjacke und eine Wasserflasche stecken.

Checkliste für Rucksack-Kleinkram

2. Schuhwerk

Auf Wanderpfaden sieht man viel Variation: Da Turnschuhe, hier Trekkingsandalen und manchmal sogar Barfusswanderer. Dabei ist Schuhwerk im Zweifelsfall das einzige, was zwischen dem Wanderer und einem zumindest schmerzhaften Sturz steht. Und gerade weil feste Schuhe auch noch dort Halt bieten, wo alles andere abrutscht, sollte es immer ein mindestens knöchelhoher, fester Wanderstiefel sein. Es müssen keine 400 Franken teuren Spezialgeräte mit Steigeisenfestigkeit sein, es reichen „normale“, Wanderstiefel. Und die findet man folgendermassen:

  • Eine halbe Nummer zu gross wählen, dann passen sie auch mit nach vielen Kilometern geschwollenen Füssen
  • Sie müssen direkt beim ersten Anziehen passen. Dazu fest schnüren und mindestens 15 Minuten herumlaufen. Nirgendwo darf es zwicken
  • Die Sohle muss sich geschmeidig abrollen lassen, umso bequemer läuft sich der Schuh

Wenn dann noch der Preis stimmt, sollte man zugreifen – und auf Wanderung die Schuhe immer mit den passenden Socken tragen und anständig verschnüren.


3. Wanderhose, lang

Auf solche Einweg-Ponchos sollte man verzichten. Sie sind meist so dünn, dass sie nicht mal den ersten Gebrauch überleben.Gerade im Sommer sieht man wieder eine Menge Wanderer, die in Shorts unterwegs sind. Ein unnötiges Risiko. Denn zum einen bekommen dadurch die Beine viele ungesunde UV-Strahlen ab. Und zum anderen erhöhen nackte Beine das Risiko, sich eine Zecke einzufangen, immens. Dabei gibt es eigentlich die perfekte Wanderhose. Sie hat unter dem Knie Reissverschlüsse, mittels derer sich bei einer Pause die unteren Beinpartien freilegen lassen. Das ist unglaublich flexibel. Und mit der richtigen Unterhose bekommt man so ein Beinkleid, das sich das ganze Jahr lang tragen lässt.


4. Regenjacke

Gerade im Gebirge kann das Wetter schnell umschlagen. Und auch im Flachland nützt einem die Fähigkeit, das Wetter richtig zu lesen, gar nichts, wenn sich plötzlich ein Sommergewitter zusammenbraut. Denn egal wie warm es ist, wenn man erst von einem Schauer richtig durchnässt wurde, trocknet die Wanderkleidung über Stunden. Stunden, in denen man entweder untätig ausharrt oder sich ob der klammen Haut schmerzhaft wundgelaufene Stellen zuzieht.

Vermeiden kann man das alles, indem man eine leichte Regenjacke und ggf. auch Regenhose immer im Rucksack hat. Ein Poncho ist für Wanderer, die leichtgewichtig unterwegs sein wollen, zweckmässig, denn er bedeckt auch den Rucksack und geht bis über die Knie. Und nur wenn diese Teile nassgeworden sind, sollte man sie nach dem Wandern aufhängen und regelmässig neu imprägnieren. Ansonsten sollten sie im Tornister ihren festen Platz haben.


5. Wasser

An Bächen sollte man seinen Wasservorrat nur im Notfall ergänzen, denn hier herrscht selten echte Trinkwasserqualität.Eigentlich sollten zumindest viele Schweizer Männer es während der Wehrpflicht gelernt haben, aber trotzdem gibt es sehr viele Wanderer, die sich mit völlig unzureichenden Wasservorräten auf den Weg machen. Dabei gilt die Faustformel „Pro Stunde 5dl Wasser“. Und selbst die, die genug dabei haben, machen häufig noch den Fehler und trinken erst, wenn der Körper sich mit Durst meldet. Dabei ist es dann eigentlich schon zu spät:

  • Das Blut ist schon dicker geworden
  • Das Herz muss stärker pumpen
  • Die Mineralstoffe, die u.a. für die Reizübertragung der Muskeln verantwortlich sind, wurden schon ausgeschwitzt
  • Der Körper muss für die gleiche Anstrengung mehr leisten

Deshalb sollte man es sich unterwegs zur Gewohnheit machen, alle halbe Stunde zwei kräftige Schlucke zu nehmen, ganz besonders an kühleren Tagen, an denen unser Durstgefühl noch schlechter funktioniert. Aber: Auf Weiden und generell abseits des Weges sollte man nicht an Quellen oder Brunnen nachfüllen, sonst kann es sein, dass man Bakterien mitkonsumiert, die für Durchfall sorgen.

Und worin sollte man das Wasser transportieren? Hier bietet sich die klassische Feldflasche mit einem Liter Inhalt an. Aus Kunststoff wiegen diese Flaschen kaum mehr als ihr Inhalt und fallen im Rucksack nicht störend ins Gewicht. Auf Hochleistungsausrüstung wie Trinkblasen, aus denen man per Saugschlauch trinkt, kann man indes verzichten. Die Zeit, kurz die Flasche aus dem Rucksack zu nehmen, fällt sicher nicht störend ins Gewicht.


6. Erste-Hilfe-Set

Auch wenn es in der Schweiz nicht obligatorisch ist, würden doch viele Autofahrer nicht ohne Erste-Hilfe-Set unterwegs sein. Warum viele Wanderer es anders sehen, ist indes unverständlich, denn auch beim Wandern kann einem eine ganze Reihe von Blessuren begegnen:

  • Abschürfungen
  • Verstauchungen
  • Wundlaufen
  • Blasen

Und gerade weil viele Wandergebiete wesentlich einsamer sind als eine vielbefahrene Strasse, ist ein Erste-Hilfe-Set für Wanderer noch sinnvoller. Denn hier kann dann nicht nur die Eigenhilfe notwendig werden, sondern auch die für andere Wanderer. Am Markt gibt es fertige, leichte Hilfe-Sets, allerdings kann man sich deren Inhalt auch selbst zusammenstellen:

  • Verbandschere & Pinzette
  • Rettungsdecke
  • 4 cm breites Wundpflaster, Meterware
  • Medizinisches Tape
  • 2 Verbandpäckchen
  • Wundnahtstreifen
  • Dreiecktuch
  • 2 elastische Binden
  • Faltbare Knochenschiene

Ein solches Set nimmt im Rucksack nicht viel Platz weg und wiegt keine 200 Gramm. Allerdings sollte man das Set auch nicht „in alle Ewigkeit“ dort vergessen, sondern regelmässig das Verfallsdatum der Materialien überprüfen.


7. Kopfbedeckung

Tücher sind ebenfalls eine sehr gute Kopfbedeckung. Vor allem, weil sie sehr universell einsetzbar sind und auch die Ohren warmhalten.Viele tragen unten die schönsten Wanderschuhe, gehen aber obenherum „nackt“. Dabei sollte eine Kopfbedeckung immer dabei sein. Im Sommer schützt sie das Gehirn vor einem Sonnenstich, sie hält Schweiss zurück, sodass er nicht in die Augen läuft, und mit Krempe spendet sie auch noch Schatten, ohne wie eine Sonnenbrille gleich den ganzen Blick abzudunkeln. Wer es sich leicht machen will, nimmt dazu einfach eine verstellbare Basecap und ergänzt diese bei starkem Sonnenschein um einen Nackenschutz, der sich aus dem Dreieckstuch des Erste-Hilfe-Sets herstellen lässt.


Bildquellen:

1) fotolia.com © AS Photo Project

2) fotolia.com © Maridav

3) fotolia.com © Daniel Etzold

4) fotolia.com © kaninstudio

5) fotolia.com © Ocskay Bence