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Jakobswege in der Schweiz

Publiziert am 17.04.2014, aktualisiert am 28.03.2016

"Es muss ja nicht gleich Santiago de Compostela sein!" Wer einen oder auch zwei Tage auf einem Jakobsweg wandert, wird die Spiritualität des Pilgerns auch bereits spüren. Die Jakobswege in der Schweiz und die verschiedenen Zugangswege eigenen sich hervorragend für solche "Light-Pilgerreisen". Und dabei geht's bei weitem nicht nur um religiöse oder spirituelle Aspekte. Die Motivationen, eine Pilgerwanderung unter seine Füsse zu nehmen, sind so vielschichtig wie die Klinge eines japanischen Langschwertes. Letztlich ist eine Pilgerwanderung auch einfach ein einzigartiges Wandererlebnis.

Mehrere Jakobswege und Zugangswege führen durch die Schweiz.

Umfangreiches Wegnetz mit Pilgerwegen. Mehrere Jakobswege und Anschlusswege führen durch die Schweiz (Bildquelle: www.jakobsweg-dachverband.ch).

Jakobswege (spanisch Camino de Santiago) gibt es in ganz Europa. Alle haben aber das selbe Ziel. Die Grabstätte des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Der spanische Abschnitt des Caminos und die französischen Jakobswege wurden 1993 respektive 1998 ins UNESCO-Welterbe aufgenommen. Schon seit den 1970er Jahren erlebt die Pilgerfahrt nach Santiago de Compestela einen wahren Boom. Waren es 1970 noch 68 Pilger, die sich am Ziel in Santiago de Compostela registrieren liessen, so ist die Zahl der Pilger im Jahr 2013 auf über 215'000 gestiegen.


Jakobswege durch die Schweiz

Durch die Schweiz führen mehrere Jakobswege und auch mehrere Anschlusswege. Die bekannteste Jakobs-Route führt von Kreuzlingen am Bodensee nach Genf. Malerische Kapellen, imposante Kirchen und Kathedralen, Klöster und Pilgerherbergen säumen den gesamten Routenverlauf. Dabei sorgen Passagen mit gepflegten Kulturlandschaften, entlang von Seeufern, oder durch Städte und Dörfer für Abwechslung und für ein echtes Wandervergnügen.


Die Etappen des Hauptweges

1) Kreuzlingen - Märstetten: Das erste Teilstück des "Schweizer" Jakobswegs - oder des Schwabenwegs, wie er zwischen Konstanz und Rapperswil bezeichnet wird - führt von Kreuzlingen am Bodensee durch den ländlichen Thurgau nach Märstetten.

2) Märstetten - Münchwilen: Die zweite Etappe der Jakobswanderung verbindet Märstetten mit Münchwilen. Fruchtbares Land, Obstbäume, Wiesen und Äcker sind links und rechts vom Wanderweg zu sehen.

3) Münchwilen - Steg: Zwischen Münchwilen und dem Kloster Fischingen bestimmt das Bachbett der Murg den Wegverlauf. Danach geht's über das aussichtsreiche Hörnli hinüber ins Tösstal nach Steg.

4) Steg - Rapperswil: Die Route verläuft von Steg via Fischenthal und Gibswil hinauf zur Ostflanke des Bachtels. Ein steiler Abstieg führt hinunter zum Pilgersteg. Wunderbare Ausblicke auf den Zürichsee und auf die Alpenkette begleiten diesen Teil der Route. Ausgedehnte Wälder und offene Wiesenlandschaften bilden den Abschnitt bis zum Etappenziel in Rapperswil.

5) Rapperswil - Einsiedeln: Die Passage über 841 m langen Hurdensteg macht den Auftakt zur fünften Etappe. Auf der anderen Seite des Zürichsees beginnt dann der Aufstieg zum Etzelpass. Prächtige Ausblicke begleiten diesen Abschnitt. Schliesslich folgt der würdevolle Einmarsch in Einsiedeln.

6) Einsiedeln - Schwyz: Voralpine Landschaften, allen voran die imposanten Mythen-Gipfel bilden die Kulisse zur sechsten Etappe auf dem Jakobsweg. Die Route führt von der mächtigen Klosteranlage Einsiedeln zum Kloster Au und weiter nach Alpthal. Dort beginnt der Aufstieg zur Haggenegg. Ein langer Abstieg mit herrlichen Blicken auf die Zentralschweizer Alpen führt schliesslich hinunter ins Etappenziel nach Schwyz.

7) Schwyz - Beckenried: Hübsche Kapellen begleiten den Jakobsweg von Schwyz nach Beckenried. Von Schwyz geht's hinunter in die grosse Ebene der Muota. In Ingenbohl zieht die mächtige Anlage des Klosters die Blicke auf sich. Eine kurze und erholsame Schifffahrt steht zwischen Brunnen und Treib auf dem Programm. Aussichtsreich und teils ziemlich steil und technisch geht's danach immer dem Vierwaldstättersee entlang bis nach Beckenried.

8) Beckenried - Stans: Wenn alle Männer aus Beckenried heil aus dem 2. Weltkrieg zurückkehren würden, werde dies das ganze Dorf in Form einer feierlichen Prozession danken. So steht es an einer Gedenktafel in der Kapelle Ridli geschrieben. Und die Gebete der Bevölkerung wurden tatsächlich erhört. Auf meist asphaltierten Wegen führt der Jakobsweg von Beckenried über Buochs hinein ins historische Stans.

9) Stans - Flüeli Ranft: Zwischen Stans und dem Wallfahrtsort Flüeli Ranft verläuft der Jakobsweg dem Stanserhorn entlang. Erhabene Ausblicke auf den nahen Pilatus sorgen auf dieser Etappe für die landschaftlichen Höhepunkte.

10) Flüeli Ranft - Brünigpass: Der Sarner- und der Lungernsee prägen die Etappe von Flüeli Ranft auf den Brünigpass. Links und rechts vom Tal sorgen die Berggiganten Obwaldens für fantastische Landschaftsbilder.

11) Brünigpass - Brienz: Vom Brünigpass geht's hinunter nach Brienzwiler. Vorbei am Freilichtmuseum Ballenberg erreicht man das Ufer des Brienzersees und schliesslich das Etappenziel in Brienz.

12) Brienz - Interlaken: Kein anderer See in der Schweiz hat ein solches Blau wie der Brienzersee. Mal türkis, dann silberblaugrau, einmalig. Rings um den See türmen sich steile Bergflanken. Der Jakobsweg führt von Brienz in ständigem Auf und Ab dem See entlang bis nach Interlaken.

13) Interlaken - Merligen: Der touristische Kern von Interlaken mit seinen zahlreichen Souvenierläden steht am Anfang der Etappe. Doch dann wird es rasch ruhig und beschaulich. Ein wunderbares Naturschutzgebiet mit Sumpfwiesen und einem Schilfgürtel zieht sich dem Ufer des Thunersees entlang. Vom Neuhaus bis nach Merligen schlängelt sich ein aussichtsreicher Wanderpfad den Bergflanken entlang. Höhepunkt bilden die weitherum bekannten Beatushöhlen, welche direkt am Jakobsweg liegen.

14) Merlingen - Thun: Die Jakobs-Wanderung von Merligen nach Thun besticht durch ihre vielen genialen Aussichtspunkte. Obwohl das Nordufer des Thunersees zwischen Gunten und Thun relativ dicht besiedelt ist, verläuft die Wanderroute immer wieder auf schönen Pfaden. Die Kirchen entlang des Jakobsweges scheinen in punkto schöner Lage miteinander zu konkurrenzieren. Am Ende der Etappe lädt die Altstadt von Thun zu einem gemütlichen Bummel durch ihre Strassen und Gassen ein.

15) Thun - Wattenwil: Die Etappe von Thun nach Wattenwil führt in einem grossen Bogen erst dem Thunersee entlang, dann durch welliges Gebiet hinüber ins Gürbetal. Fantastische Ausblicke auf die Oberländer Bergwelt begleiten die gesamte Tour.

16) Wattenwil - Schwarzenburg: Von Wattenwil im Gürbetal führt der Jakobsweg durch die sehr ländliche Gegend des Schwarzenburgerlandes hinauf nach Schwarzenburg. Fantastische Ausblicke auf die Stockhorn-Kette begleiten die gesamte Tour. Auf der anderen Seite öffnet sich der Blick Richtung Westschweiz. Kleine Dörfer mit idyllisch gelegenen Kirchen werden durchwandert. In Rüeggisberg beeindrucken die Restmauern eines ehemaligen Klosters, ehe die Route zum Schwarzwassergraben absteigt. Der letzte Abschnitt führt schliesslich über offenes Land durch weit verstreute Weiler hindurch bis ins geschäftige Schwarzenburg.

17) Schwarzenburg - Fribourg: Beschauliche Dörfer mit beeindruckenden Kirchenbauten prägen das Landschaftsbild im Freiburgischen Sensebezirk. Die wellige Landschaft wirkt weit und offen. Die Sicht reicht von den Voralpen bis zur Jurakette. Eindrücklich ist der Einmarsch in die Stadt Freiburg. Die Silhouette mit der markanten Kathedrale ist von der Zähringer-Brücke aus besonders schön.

18) Fribourg - Romont: Weite und offene Landschaften mit beschaulichen Dörfern prägen den Landstrich zwischen den Städten Fribourg und Romont. Mitten durch diese Idylle fliesst die Glâne, welche dem Gebiet den Namen verliehen hat. Unterwegs tauchen immer wieder Zeugnisse vergangener Pilgertätigkeit auf. Die Brücke bei Ste-Apolline mit der dazugehörenden Kapelle wurde beispielsweise bereits vor Jahrhunderten von Pilgern benutzt. Oder die Auberge de la Croix d'Or in Posat, welche schon im späten Mittelalter als Rastort diente. Immer wieder besticht das einmalige Panorama auf die Freiburger Alpen. Am Ende der Etappe wartet die auf einem Hügel liegende Stadt Romont auf entdeckungshungrige Pilger.

19) Romont - Moudon: Der Jakobsweg führt vom Tal der Glâne hinüber ins Tal der Broye. Am Start- und am Endpunkt liegen die Städte Romont und Moudon. Beide Städte besitzen einen sehenswerten Kern mit zahlreichen historischen Bauten. Zwischen dem Freiburgischen Romont und dem Waadtländischen Moudon gibts nichts als pure Landschaft. Felder, Wiesen, Wälder, ein paar kleine Bauerndörfer.

20) Moudon - Lausanne: Das Landstädtchen Moudon liegt mitten im Broyetal am Fuss des langgezogenen Aufstiegs zum Chalet à Gobet. Im Mittelalter war hier ein wichtiger Brückenübergang, welcher das Genferseebecken mit Bern verband. Die zahlreichen historischen Bauten in Moudon weisen auf eine ruhmreiche Vergangenheit des Ortes hin. Ausserhalb von Moudon taucht man ein in eine sehr abgelegene und einsame Gegend. Wälder, Felder und ein paar kleine Dörfer liegen am Wegrand, sonst nichts. Kurz vor Erreichen des Chalets à Gobet wird das einst bei den Jakobspilgern berüchtigte Bois du Grand Jorat - ein riesengrosses Waldgebiet über dem Genfersee - durchquert. Im Abstieg folgen immer wieder grandiose Blicke auf die Stadt Lausanne und auf die dahinter liegenden Savoyen.

21) Lausanne - MorgesWunderbare Gärten, lauschige Badeplätze und immer wieder grandiose Ausblicke auf den Genfersee begleiten die Etappe von Lausanne Ouchy nach Morges. Die prachtvollen Uferpromenaden von Ouchy und von Morges bilden den Anfang, respektive den Abschluss der Wanderung. Dazwischen liegen weite Passagen entlang von herrlichen Sandstränden mit gepflegten Liegewiesen, Feuerstellen und tollen Spielplätzen.

22) Morges - Rolle: Die Jakobsweg-Route von Morges nach Rolle führt durch fantastische Landschaften des Genferseegebietes. Gleich zu Beginn der Etappe verläuft die Route durch eine wilde Uferlandschaft mit dichtem Wald, lauschigen Badeplätzen und schönen Pfaden. Diese Idylle gehört zum Mündungsgebiet des Flusses Le Boiron. Auf halbem Weg wird das malerische Städtchen St-Prex passiert. Danach tauchen dann bereits die ersten Rebstöcke der bekannten Anbauregion der La Côte auf.

23) Rolle - Nyon: Die fast flache Wanderung führt vom malerischen Rolle in die Kleinstadt Nyon. Dazwischen liegen schöne Weinberge der La Côte, unter anderem jene des Dorfes Bursinel. Ein markantes Schloss, welches in privatem Besitz ist, beherrscht die Dorfszenerie. Nicht minder grandios ist die Schlossanlage von Prangins, in dem das zweite Nationalmuseum untergebracht ist.

24) Nyon - Coppet: Gleich zu Beginn dieser attraktiven Etappe steht mit dem Städtchen Nyon ein absolutes Highlight auf dem Programm. Die gepflegte Altstadt lädt zum Bummeln ein. Das markante und erhabene Schloss zieht die Blicke auf sich. Nach der Besichtigungstour der Altstadt von Nyon kann's dann schliesslich losgehen. Auf dem Weg nach Coppet werden wunderbare Weinbaudörfer durchwandert. Die Dörfer Céligny und Crans sind dabei besonders erwähnenswert. Die Strassen wurden renoviert und mit aufwendigen Pflästerungen ausgestattet. Gestaltete Plätze mit schönen Brunnen und Sitzbänken geben ein intaktes Dorfbild ab. Immer wieder werden grandiose Villen und private Schlösser passiert. Und der Blick auf den Genfersee ist allgegenwärtig.

25) Coppet - Genf: Die Route verläuft meistens entlang von Quartierstrassen, die manchmal mehr, manchmal weniger befahren sind. Je näher die Stadt Genf rückt umso grösser und erhabender weden die Villen und deren Gärten entlang des Weges. Internationale Organisationen, Diplomaten und natürlich auch Industrielle wohnen und arbeiten hier in den noblen Vororten von Genf. Am Stadteingang wird man vom botanischen Garten in Empfang genommen. Zahlreiche Pflanzenarten werden hier gehegt und gepflegt. Vorbei an den Gebäuden der UNO wird schliesslich der Bahnhof Cornavin erreicht.

26) Genf - Grenze: Nach der Genfer Grossstadt folgt auf dem Weg zur Grenze eine überraschend reizvolle Landschaft. Die Burg von Compesières, bis zur französischen Revolution 1798 Sitz einer Johanniterkompturei, dient heute als Museum über den Malteserorden.


Mehr Infos und Links zum Thema Jakobswege


Kontakt

Geschäftsstelle Jakobsweg.ch
Fliederweg 11
Postfach
CH - 3601 Thun
Tel.  0041 (0)33 655 04 00 (Montag - Donnerstag 8.30 bis 11.30 Uhr)
E-mail: info@jakobsweg.ch


Bildstrecke

Die Kapelle Bernrain bei Kreuzlingen liegt am Jakobsweg, respektive am Schwabenweg. Das Kloster Fischingen wird von Jakobspilgern oft als Etappenhalt genutzt. Im Abstieg von der Haggenegg wandert man am Kollegium Schwyz vorbei. In Romont weisen Tafeln mit der Jakobsmuschel den Weg durch die Stadt.