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2 Tage unterwegs auf dem Sardona Welterbeweg

Publiziert im Juli 2015

Eine Wanderung auf dem Sardona Welterbeweg ist wie Naturkunde-Unterricht im Freien. Aus toten Steinen werden lebendige Erzeugnisse der Natur. Dies wandernd, also draussen in der freien Natur zu erleben, hat natürlich eine ganz andere Wirkung, als in einem Buch darüber zu lesen. Die Tour bietet einzigartige Einblicke ins UNESCO Weltnaturerbe "Tektonikarena Sardona". Geologische Phänomene, zauberhafte Bergseen, mächtige Gipfelformationen und eine farbenprächtige Alpenflora sorgen für viel Abwechslung entlang der zum Teil anspruchsvollen Weitwanderroute, die in Filzbach startet und in Flims endet.

Der Sardona Welterbeweg ist einheitlich beschildert (Route 73).

1. Tag (Filzbach - Murgsee)

1'000 Höhenmeter, fünf Wanderstunden, drei Bergseen und zwei Pässe, etwa so lauten die Fakten zur ersten Etappe auf dem Sardona Welterbeweg, welche in Habergschwänd hoch über dem Walensee startet - offiziell in Filzbach - und bei der Murgseehütte endet. Wir, das sind meine Frau Andrée und ich, haben die ersten beiden Etappen dieser 6-tägigen Weitwanderung im heissen Juli 2015 unter die Füsse genommen.

Talalp- und Spaneggsee

Die Etappe beginnt also mit einer gemütlichen Fahrt mit dem etwas in die Jahre gekommenen Sessellift von Filzbach hinauf nach Habergschwänd. Gleich neben der Bergstation zeigt dann ein gelber Wanderwegweiser mit grüner Nummer 73 wo's künftig langgehen wird. Ein lockerer Abstieg führt direkt zum ersten landschaftlichen Höhenpunkt. Der Talalpsee liegt malerisch in einer Mulde, links und rechts türmen sich gigantische Felskolosse. Keine 30 Minuten ist die Tour alt, und man ist bereits mitten drin im Naturspektakel. "Letzte Tankstelle vor dem See", steht auf einer hölzernen Tafel beim Bergrestaurant Talalpsee geschrieben. Durchaus verlockend, aber doch etwas gar früh für den ersten Zwischenhalt.

Nicht weit hinter dem See geht es dann so richtig deftig den Berg hoch. Knappe 400 Höhenmeter liegen zwischen dem Talalpsee und dem Spaneggsee. Der Wanderweg windet sich steil hinauf und die vielen hohen Tritte erinnern an eine nicht zu enden wollende Treppe. Durchatmen. Über dem Spaneggsee mimt der auffällige Schijenstock den scheinbaren Chef im Ring. Gegen den deutlich höheren und noch viel gewaltigeren Mürtschenstock, welcher linksseitig sein schroffes Antlitz zeigt, sieht der Schijenstock allerdings wie ein Zwerg aus. Eine kurze Flachpassage mit schönen Ausblicken auf den Spaneggsee mündet im blumenreichen Chüetal. Felder mit Alpenrosen begleiten den anschliessenden Aufstieg bis zur Mürtschenfurggel.

Glarner Hauptüberschiebung

Oben angekommen, sind bei guter Sicht in der Ferne einige Gipfel mit dem typischen Merkmal der Glarner Hauptüberschiebung zu erkennen. Ein mehr oder weniger waagrechter Trennstrich teilt die Berge in zwei geologisch vollkommen verschiedene Zonen. Dies alleine reicht selbstverständlich noch nicht aus, um als geologisches Phänomen zu gelten. Dass die oberen Gesteinsschichten um viele Millionen Jahre älter sind als die darunterliegenden Schichten, ist das eigentliche Phänomen. Besonders gut zu erkennen ist dies auf der sechsten und letzten Etappe an den Tschingelhörnern.

Mürtschen

Furggel, das bedeutet soviel wie Pass oder Übergang, jedenfalls geht's hinter der Mürtschenfurggel erst einmal wieder den Berg runter, was diese These untermauert. Die abgelegene Alp Ober Mürtschen liegt am Wegrand. Ein paar Kühe, Geissen, einige Schafe und auch wechselnde Hirte verbringen auf der Alp die Sommermonate. Daneben weiten sich zauberhafte Moorlandschaften mit klaren Bächen, Alpenrosen und verstreuten Arven. Über dem lieblichen Tal brüstet sich der mausgraue und gewaltige Felsklotz vom Mürtschenstock. Bilder wie aus einem Landschaftskalender.

Etappenziel am Murgsee

Ein letzter Aufstieg zur 1'985 m hohen Murgseefurggel steht an. Oben auf dem höchsten Punkt des Tages öffnet sich der Blick zum Ober Murgsee und die Murgseehütte liegt auch bereits in Sichtweite. Dahinter begrenzen der Gufelstock und der Rottor den Horizont. Mit dem Tagesziel vor Augen vergeht der kurze Abstieg wie im Flug. Und bei der Murgseehütte wartet schon die Wirtin mit ihrer bestens organisierten Crew auf hungrige und durstige Gäste. Natürlich sollte man sich auch ein erfrischendes Bad - oder zumindest ein wohltuendes Fussbad - im Murgsee nicht entgehen lassen.


2. Tag (Murgsee - Maschgenkamm)

Die zweite Etappe des Sardona Welterbewegs führt offiziell in einer rund fünfstündigen Wanderung von der Murgseehütte bis zur Spitzmeilenhütte. Wer aber nur zwei Tage unterwegs sein will oder kann, muss wohl oder übel von Spitzmeilenhütte noch zwei Wanderstunden dran hängen und bis zum Maschgenkamm im Flumserberg weiter wandern. Eine etwas kürzere, aber genau so attraktive Variante, verläuft dagegen über die Nordseite vom Rottor und vom Magerrain zum Maschgenkamm. Die Spitzmeilenhütte wird dabei einfach "rechts" liegen gelassen. Diese Variante ist ausserdem bereits ab Anfang Juli mehr oder weniger frei von Schneefeldern.

Aufstieg zum Hochplateau Chamm

Im Gegensatz zur ersten Etappe, ist bei der zweiten Etappe die Einlaufphase kaum erwähnenswert. Es geht also von Beginn an richtig zur Sache. Nach einem kurzen Uferabschnitt beginnt ein rund einstündiger Aufstieg. Zuerst noch der offiziellen Route 73 folgend, dann kurz vor der Widersteiner Furggel links abzweigend, schlängelt sich der Wanderweg durch atemberaubende Landschaften dem Maschgenkamm entgegen. Auf der linken Seite fällt das Murgtal steil ab. Weit unten im Tal ist ein winziger Ausschnitt vom Walensee erkennbar. Und schon bald gesellt sich auch die unverkennbare Zackenformation der Churfirsten zum Gipfelreigen. Dahinter thront der Säntis mit seiner weit herum sichtbaren Antenne. Und beim Blick zurück sieht man noch einmal den tiefblauen, fast kreisrunden Ober Murgsee mit dem seinem kleinen Nebensee.

Bei 2'235 m ist der zwischenzeitlich höchste Punkt erreicht und gleich hinter dem Grat weitet sich das wasserreiche Hochplateau Chamm. Zahlreiche Bäche sprudeln ins tiefliegende Murgtal. Die Chammseeli laden zum freiwilligen Fussbad, die Überquerung einiger Bäche zum unfreiwilligen. Die erholsame, weil oft flache Passage, lässt Raum die bezaubernden Landschaften in vollen Zügen zu geniessen.

Ein letztes Mal die Murgseen im Blickfeld

Bei der Alp Abedweid beginnt der letzte nennenswerte Aufstieg. Innehalten und zurück blicken. In der Ferne, tief drinnen im oberen Murgtal, sieht man die Murgseen noch einmal. Und zwischen dem Ober und dem Unter Murgsee ist nun auch der rund 100 m hohe Murgbachfall zu erkennen. Es wird nochmals richtig steil, bevor der Grat beim Erdisgulmen erreicht ist. Auf der anderen Bergseite liegt die weitläufige Alp Fursch und im Südosten zeigt sich die Felskanzel vom Spitzmeilen. In der Ferne reichen die Blicke bis zu den Gipfeln im Rätikon. Welch fantastisches Panorama!

Dem Flumserberg entgegen

Ein spektakulärer Höhenweg verläuft vom Erdisgulmen hinunter zum Übergang beim Hoch Gamatsch. Ein letzter Blick hinunter ins Murgtal, ein letzter Blick zum mittlerweile fernen Mürtschenstock. Danach folgt der Abstieg zum malerischen Sächserseeli. Und wieder führt die Wanderroute durch zauberhafte Moorlandschaften. Das Etappenziel Maschgenkamm liegt vor Augen. Vorbei am Rainisalts und am Leist erreicht man den Zigerfurgglen. Beim Einmarsch auf den Maschgenkamm stehen die Churfirsten und der markante Sichelchamm Spalier und sorgen für einen würdigen Abschluss. Die Tour endet schliesslich, wie sie begonnen hat, nämlich mit einer gemütlichen Fahrt mit einer Seilbahn, vorausgesetzt man erreicht die letzte Gondel, die um 17 Uhr hinunter zur Tannenbodenalp fährt.